Umwelttage Basel
«Vorbilder für die Welt von morgen»
9. – 11. Juni 2017
Spielend Sachen wertschätzen
Liselotte Schenk und Bianca Cantoro «Ludothek Bläsi»

Die Kleinbasler Ludothek Bläsi ist ein Ort, an dem man grosse und kleine Spiele ausleihen kann. Spielen macht Spass, fördert den Gemeinsinn und - darin sind sich die beiden Leiterinnen Liselotte Schenk und Bianca Cantoro einig - Spielen ist Lernen für das Leben.

Mehr als Leihen

Ludotheken wie die «Bläsi» im Kleinbasel sind weit mehr als nur Ausleihorte für Spielsachen. «Wir tragen sicher dazu bei, dass schon kleine Kinder lernen zu teilen, Sorge zu tragen und Verantwortung für schöne Dinge zu entwickeln», sind sich die beiden Leiterinnen der Ludothek, Liselotte Schenk und Bianca Cantoro, einig. Ausserdem wird das gemeinsame Spielen in der Familie und mit Freunden gefördert.

Miteinander spielen, trage auch wesentlich zu einem intakten Familienleben bei, sind Bianca Cantoro und ihre Kollegin überzeugt: «Wir können einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass die Familienmitglieder miteinander am Tisch sitzen und etwas zusammen mit Freude machen.» Spielen fördert zudem das Lernen, das Rücksichtnehmen. «Und ein wichtiger Faktor, gerade in Ein-Kind-Familien, ist die Fähigkeit, verlieren zu können», gibt Liselotte Schenk zu bedenken.

Wir setzen ein Gegengewicht zum herrschenden Trend, bei dem Kinder und Jugendliche alleine im Zimmer vor dem PC sitzen oder stundenlang mit dem Handy spielen oder chatten.
Liselotte Schenk

Spielzeug nutzen statt kaufen

In der Ludothek Bläsi kann man nicht nur aus den mehr als 870 Spielen wie Gesellschafts- oder Lernspielen, Playmobil, Fisher-Price bis Puzzles ausleihen. Das Angebot ist vielseitiger: Es gibt robuste Holzspiele, ein Puppenhaus, Holzinstrumente, Dartscheiben, Jongliermaterial und neben einem Töggelikasten und Mini-Billardtisch stehen auch Spielsachen für draussen zur Verfügung wie Tretvelos, Trottinetts, Einräder und Skateboards. «Spielzeug ausleihen, schränkt den unnötigen Konsum ein. Jeder hat zudem die Möglichkeit, ein Spiel erst auf Herz und Nieren zu testen. Gerade bei Kindern ist es schwierig abzuschätzen, wie lange sie Freude an einem Spielgerät oder einem Gesellschaftsspiel haben», so die Leiterin Liselotte Schenk. Die Ludotheken in Basel – Bläsi ist eine von drei Ludotheken in Basel, die zur Lukas-Stiftung gehören – bieten allerdings nicht nur Spielsachen zum Ausleihen, sondern auch Spielnachmittage zum Testen an.

Ausleihen spart ausserdem Geld. «Dies ist besonders bei alleinerziehenden Müttern und Vätern, aber auch bei manchen Grosseltern wichtig», weiss Bianca Cantoro aus eigener Erfahrung. Auch schätzten viele ausländische Familien, die nur für wenige Jahre hier leben, das Angebot der Ludothek. Oft ist Spielzeug in guter Qualität, etwa aus umweltfreundlichem Holz, oft nicht billig. Ausserdem werden viele Spielsachen nur für eine kurze Zeit genutzt, besonders im Kleinkindalter.

Sicher ist unsere Begeisterung fürs Spielen und für Spiele ein wichtiger Aspekt für unser Engagement.
Bianca Cantoro

Herzensangelegenheit

Die beiden Leiterinnen der Ludothek Bläsi sind mit Herzblut dabei - Liselotte Schenk bereits schon seit dem Jahr 1998, Bianca Cantoro als Co-Leiterin seit 2011. Eine grosse Motivation ist schon deshalb nötig, weil die Leiterinnen und die vier weiteren Mitarbeiterinnen teilweise ehrenamtlich oder für einen vergleichsweise geringen Stundenlohn von 15 Franken arbeiten. Liselotte Schenk betont: «Wir können einiges an andere weitergeben, indem wir unsere Arbeitszeit zur Verfügung stellen. Sicher ist unsere Begeisterung fürs Spielen und für Spiele ein wichtiger Aspekt für unser Engagement.» Auch privat achten die  Mitarbeiterinnen auf eine nachhaltige Lebensweise. «Dazu gehört, dass wir mit ÖV oder Velo unterwegs sind oder reisen, Wasser sparen, keine Lebensmittel wegwerfen und regional einkaufen.»

Autoren
Text: Lioba Schneemann
Fotos: Lioba Schneemann

Kurzprofil
Ludothek Bläsi
Bläsiring 85
4057 Basel

www.ludotheken-basel.ch

Weitere Vorbilder
Angie Ruefer, Florian Olloz

Wer das Kulturbüro an der Florastrasse betritt, denkt zuerst eher an Kultur und Kunst als an den verantwortungsvollen Umgang mit Material oder an Müllvermeidung. Darum geht es aber auch: Wer Dinge teilt statt kauft, bremst den Konsum von Gütern und vermeidet Müll.

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Martin Vosseler

Martin Vosseler steht für Engagement und mutige Aktionen in Basel und auf der ganzen Welt. Mit Baum-Ankettungen, Weitwanderungen für Energiewende und planetare Ethik und einer Atlantiküberquerung per Solarboot sorgte er für Aufsehen und Schlagzeilen.

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